Als Gedankenstütze für mich selbst und als Tipp für euch findet sich hier eine To-do-Liste mit 10 Schritten, mit denen man nach der Installation elementary OS 5.1 für den alltäglichen Gebrauch einrichten und optimieren kann. Die Liste erhebt dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit, was nach der Installation zu tun ist hängt selbstredend maßgeblich von den individuellen Wünschen und Vorlieben ab.

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0. Terminal ins Dock

Da bei den meisten der folgenden Schritte Terminal-Befehle zum Einsatz kommen ist es hilfreich, sich das Terminal-Icon direkt unten ins Dock zu ziehen um es schneller starten zu können.

1. Das System aktualisieren

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Wenn man das Image nicht gerade direkt am Tag dessen Erscheinens installiert kann man davon ausgehen, dass inzwischen Sicherheitsaktualisierungen für das Betriebssystem vorliegen. Daher macht es Sinn, alle Pakete auf den neuesten Stand zu aktualisieren. Möglich ist die Aktualisierung über das App Center von elementary oder auch im Terminal mit der Anweisungsfolge:

sudo apt update && sudo apt dist-upgrade && sudo apt autoremove && sudo apt autoclean

Mit dieser Befehlsfolge werden sowohl die vorhandenen Pakete auf die neueste Version gebracht als auch nicht mehr benötigte Installationsdaten entfernt.

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2. Thunderbird, Firefox, VLC und LibreOffice installieren

Der Browser und das Mail-Programm von elementary sehen schick aus und sind einfach zu bedienen. Gleiches gilt für den Musik- und den Video-Player. Allerdings sind diese Anwendungen nicht so "mächtig" und im Hinblick auf die angebotenen Funktionen und Erweiterungen begrenzt. Ein Office-Paket ist bei der schlanken Grundinstallation von elementary erst gar nicht an Bord.

Da für mich an diesen Stellen Funktionsumfang vor Aussehen geht, installiere ich Thunderbird als Mail-Programm, Firefox als Browser und VLC als Mediaplayer. Für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationen kommt LibreOffice zum Zuge. Alle Programme lassen sich bequem über der AppCenter von elementary installieren. Für Fans des Terminals gelingt die Installation mit:

sudo apt install thunderbird firefox vlc libreoffice

3. Sprachunterstützung vervollständigen

Insbesondere nach der Installation der oben genannten Programme ist es notwendig, noch die deutsche Sprachunterstützung zu vervollständigen in den "Systemeinstellungen" unter "Sprache & Religion" - ansonsten sind die vorher genannten Programme nur auf Englisch verfügbar.

Das gelingt, indem man im gelben Hinweisbalken zur Sprachunterstützung "Installation vervollständigen" anklickt.

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4. PPA-Support aktivieren

Damit sich zusätzliche Software-Paketquellen (PPAs) aus der Ubuntu-Welt einbinden lassen muss man diese Möglichkeit erst folgendermaßen aktivieren:

sudo apt-get install software-properties-common

Da elementary OS 5.1 auf Ubuntu 18.04 basiert lassen sich anschließend PPAs mit Software für diverse Zwecke ins System einbinden.

5. Multimedia Codecs installieren

Von Haus aus sind aus rechtlichen Gründen bei elementary OS ebenso wie bei der Basis Ubuntu nur Codecs mit freiem Standard installiert, weitere Media-Codecs lassen sich aber recht einfach aus den Paketquellen nachinstallieren. Um Filme und Musik (die in der Regel nicht in freien Formaten vorliegen) genießen zu können ist es notwendig, die folgenden zusätzlichen Pakete installieren:

sudo apt install ubuntu-restricted-extras libavcodec-extra libdvd-pkg

6. elementary Tweak installieren

Um seine elementary-Installation zu "tweaken" und Zugriff auf erweiterte Konfigurationsmöglichkeiten zu bekommen sollte man das Tweak-Tool für elementary installieren. Gut, dass wir bei Schritt 4 bereits die Möglichkeit geschaffen haben, weitere Paketquellen freizuschalten. Das tun wir nun mit:

sudo add-apt-repository ppa:philip.scott/elementary-tweaks

Anschließend einmal die Paketquellen aktualisieren und dann das gewünschte elementary-tweaks installieren mit:

sudo apt-get update && sudo apt-get install elementary-tweaks

Nun findet sich in den Einstellungen ein neues Symbol für die "Tweaks".

SchritteElementary 4

7. elementary OS "tweaken"

Nachdem das elementary-tweaks-Paket installiert ist, findet sich in den "Systemeinstellungen" im Bereich "Persönlich" ein neues Icon namens "Tweaks". Dort kann man nun zusätzliche Einstellungen vornehmen. Persönlich nutze ich überwiegend Linux Mint mit Cinnamon-Oberfläche sowie beruflich das Microsoft Betriebssystem, sodass ich an entsprechende Bedienung gewöhnt bin. Um nicht durcheinander zu kommen, nutze ich das Tweak-Tool daher insbesondere für folgende Änderungen:

  • Unter"Fensterbedienung" wird das "Aussehen" von elementary auf "Windows" gestellt. Damit erscheinen Buttons zum Minimieren, Maximieren und Schließen oben rechts im Fenster.
  • Unter "Dateien" lässt sich der "Einfache Klick" deaktivieren. So kann man nun mit einem Doppelklick Dateien und Ordner öffnen.
  • Beim Terminal deaktiviere ich "Natürliches Kopieren und Einfügen". Dadruch erfolgt "Copy and Paste" im Terminal mit STRG+SHIFT+C bzw. +V, so wie man es von anderen Linux Distributionen gewohnt ist.

8. Das System beschleunigen

Der "preload"-Daemon hilft dabei, Anwendungen schneller zu starten. Er beobachtet das Verhalten des Nutzers und analysiert, welche Anwendungen der Nutzer häufig. Diese werden dann auf Basis einer "Vorhersage" in den Speicher geladen, damit sie schneller starten.

sudo apt install preload

Eine weitere Konfiguration ist nicht erforderlich, preload arbeitet direkt nach der Installation automatisch im Hintergrund.

Des Weiteren lohnt ein Blick auf den Systemstart. Üblicherweise ist bei GRUB eine Standard-Wartezeit von 10 Sekunden zur Auswahl des Betriebssystems eingestellt. Das ist in der Regel dann nützlich, wenn man ein Dual-Boot-System mit Windows betreibt. Nutzt man ohnehin nur - oder sehr überwiegend - elementary OS, kann man die Wartezeit von Grub beim Booten reduzieren.

sudo vi /etc/default/grub

Damit öffnet man die Konfigurations-Datei für GRUB - in dieser muss man die Zeile GRUB_TIMEOUT=10 suchen und die 10 durch den gewünschten Wert (in Sekunden) ersetzen, zum Beispiel sorgt GRUB_TIMEOUT=1 für eine Auswahlzeit von einer Sekunde. Anschließend muss man die Datei speichern und die neue Konfiguration übernehmen mit:

sudo update-grub

9. (Bei Notebooks) Strom sparen mit TLP

Wer elementary OS auf einem Laptop installiert hat sollte sich über das Thema Akku-Optimierung Gedanken machen. Das TLP-Projekt hat sich auf die Fahne geschrieben, Linux die "Feinheiten des Stromsparens" beizubringen, "ohne dass der Anwender allzuviel Detailwissen mitbringen muss". Demzufolge hilft schon die Standardinstallation dabei die CPU-Temperatur zu überwachen und die Akku-Laufzeit zu verlängern, ohne dass man selbst komplexe Konfigurationen vornehmen muss. Im Terminal gelingt die Installation mit:

sudo apt install tlp tlp-rdw

Anschließend ist ein Neustart des Systems erforderlich, damit der TLP-Daemon seine Arbeit aufnimmt.

10. Über eine Spende nachdenken

Mit der Eingabe von 0 $ als Kaufpreis lässt sich elementary OS bekanntermaßen kostenfrei herunterladen. Wenn alles erfolgreich eingerichtet wurde und das System gefällt dann ist es an der Zeit, vielleicht über eine Spende an die Macher des Betriebssystems nachzudenken, um die Pflege und Weiterentwicklung des Projekts zu unterstützen.

 

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